Amer Matar – PEN

Der syrische Journalist und Menschenrechtsaktivist Amer Matar wurde 1987 in Damaskus geboren und studierte Journalismus an der dortigen Universität.

Amer Matar war einer der Mitbegründer von The Street, einer Organisation, die sich für freiheitliche Medien und Entwicklung einsetzt. The Street begann bereits 2001, den Aufstand, der sich in Syrien formierte, anhand von Fernsehinterviews, Berichten und über einem Dutzend Dokumentationen aus dem Landesinneren filmisch zu dokumentieren. Ausgestrahlt wurden die Sendungen auf Al-Jazeera, Al-Arabiya und France24.

Seit 2002 war Matar für zahlreiche syrische sowie arabische Zeitungen und Magazine journalistisch tätig. Er verfasste Artikel für das Feuilleton der in Syrien verbotenen Annahar-Zeitung und war kultureller Berichterstatter für die Zeitung Al-Hayat in Damaskus. Dabei interessierte sich Matar für den Zusammenhang von Kunst und der aufständischen Bewegung in Syrien, die er als friedliche Revolution bezeichnet. Matar dokumentierte den Aufstand mit Artikeln, Interviews und Dokumentarfilmen und war außerdem als Berichterstatter für den arabischen Sender Al-Arabiya tätig.

Für seinen Dokumentarfilm „Azadi“ (2011), der die täglichen Ereignisse des syrischen Aufstands in kurdischen Gebieten im Norden Syriens begleitet, erhielt Amer Matar eine Auszeichnung des Rotterdamer Film Festivals. Sein Kurzfilm „My blood walks on asphalt“ widmet sich der pluralistischen syrischen Gesellschaft. Als Kodirektor war er an der Dokumentation „Smuggling 23 Minutes of Revolution“ beteiligt, die ebenfalls auf Al-Arabiya gesendet wurde und Ereignisse in Hama im Sommer 2011 schildert, bevor die Stadt von der syrischen Armee eingenommen wurde. Außerdem engagierte sich Matar als Organisator des Syrischen Straßenfestivals, das anlässlich des ersten Geburtstags des Aufstands in seinem Heimatland gefeiert wurde.

Im Jahr 2011 wurde Matar wegen seiner journalistischen Arbeiten zweimal vom syrischen Geheimdienst festgenommen, verhört und gefoltert. Ihm wurde vorgeworfen, falsche Nachrichten zu verbreiten und damit die Moral der Nation anzugreifen.

2012 konnte Matar mithilfe der Heinrich-Böll-Stiftung aus Syrien fliehen. Seit Oktober 2012 ist er Writers-in-Exile-Stipendiat des PEN. Matar kämpft im Exil weiter für eine friedliche Revolution in seinem Heimatland. Gerade arbeitet er an einem Filmprojekt über die Rolle der Kunst in der syrischen Gesellschaft und setzt die Arbeit für The Street fort.

In seinen Texten setzt er sich mit den jüngsten Ereignissen in Syrien auseinander. Seine Reportagen handeln von der Arbeit seiner Freunde, deren Einsatz für die friedliche Revolution sie häufig das Leben kostete. Darüber hinaus reflektiert Matar seine eigene Rolle als Exil-Journalist. 2013 erschienen in der Anthologie „Fremde Heimat. Texte aus dem Exil“ zwei Arbeiten von Matar erstmals in deutscher Übersetzung.

http://www.pen-deutschland.de/de/themen/writers-in-exile/aktuelle-stipendiaten/amer-almatar/

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